Sansibar Whisky
Von der Strandbude zur Kult-Marke im Glas
Die Geschichte von Sansibar beginnt weit weg von jeder Destillerie: 1974 eröffnete der damals 22-jährige schwäbische Koch Herbert Seckler einen bescheidenen Kiosk am FKK-Strand zwischen Rantum und Hörnum auf Sylt – benannt nach einem der als exotisch geltenden Nacktbadestrände der Insel aus den 1930er-Jahren. Aus Würstchen und Pommes wurde nach einem Brand 1982 ein Neuanfang als Restaurant, und aus dem Neuanfang eine gastronomische Institution: Die Sansibar bewirtet heute an Spitzentagen bis zu 5.000 Gäste, wurde 2009 vom Gault-Millau zum "Restaurateur des Jahres" gekürt und zählt zu den umsatzstärksten Einzelrestaurants Deutschlands. Seit 2022 führt Secklers Sohn Niklas die inzwischen deutschlandweit expandierte Marke, zu der neben Filialen in Düsseldorf, Stuttgart, Hamburg und Baden-Baden auch Mode, Accessoires und ein Weinkeller mit rund 30.000 Flaschen gehören.
2012 kam mit Sansibar Whisky eine eigene Sparte hinzu: Die Sansibar-Whiskey GmbH nutzt Name und Logo der Kultbar, um als unabhängiger Abfüller aufzutreten – nicht als Destillerie, sondern als Kurator einzelner, sorgfältig ausgewählter Fässer schottischer Herkunft. Der Fokus liegt auf gefragten, oft älteren Fässern, darunter gesuchte Speyside-Vintages ebenso wie torfig-maritime Abfüllungen der Inseln. Typisch für Sansibar sind Single-Cask-Abfüllungen in Fassstärke, unverfälscht in Farbe und Filtration, sowie die unverkennbaren Etiketten mit Sansibar-Logo, die viele Flaschen schnell zu gesuchten Sammlerstücken machen – unter anderem in limitierten Serien wie dem "Künstler Label" oder den "Retirement Batches". Neben der Whisky-Linie führt Sansibar mittlerweile auch eine eigene Rum-Reihe.
Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Kombination: die Strenge und Kennerschaft eines unabhängigen Whisky-Abfüllers, verbunden mit dem Lifestyle-Kult einer der bekanntesten deutschen Gastronomie-Marken – Whisky, der genauso viel über Sylt erzählt wie über das Fass, aus dem er stammt.